Wenn wir uns nicht trauen, erfinden wir eine Ausrede nach der anderen. Doch dem Argument, dass wir in den meisten Fällen eigentlich nichts zu verlieren haben, hält keine Ausrede stand. Sich trauen heißt nämlich auch sich selbst zu vertrauen. Trauen Sie sich heute etwas und vertrauen Sie auf Ihre Fähigkeiten!
Herr Hoffnung tippte nachdenklich mit seinem Stift gegen das Wasserglas. Er war in Gedanken nicht bei den Unterlagen, die sich vor ihm auf dem Schreibtisch stapelten, sondern an einem ganz anderen Ort. Es war verzwickt. Seit Montag konnte er an kaum etwas anderes denken als an diese Stimme.
Zweimal hatte er schon zum Hörer gegriffen, um sie noch einmal anzurufen, aber jedes Mal legte er wieder auf, noch bevor er eine Nummer gewählt hatte. Was sollte er überhaupt sagen? Dass ihre Stimme ihn verzaubert hatte und er sie gern einmal näher kennen lernen würde? Schon wenn er das dachte, klang es lächerlich. Es auszusprechen kam gar nicht in Frage.
Ein Klopfen war von der Tür zu vernehmen. Er räusperte sich und rief: „Herein!“ Einer seiner Assistenten trat ein und legte ihm zwei Varianten des neuen Tarifmodells vor. Schon wenige Minuten später verließ er zufrieden das Büro mit einer unterzeichneten Version.
Warum konnte er sich bei solchen Dingen, die viel folgenschwerer waren, so einfach entscheiden? Er runzelte die Stirn. Er als Geschäftsführer eines Unternehmens hatte sich schon mit ganz anderen Problemen auseinander setzen müssen. Es war doch nicht zu glauben, dass er sich nicht traute, anzurufen und eine einfache Frage zu stellen. Was, fragte er sich, hatte er denn eigentlich zu verlieren? Wenn Sie ihm absagen, oder was noch schlimmer wäre, auslachen würde, konnte er immer noch auflegen. Sie würde ihn auf auf der Straße nie erkennen, schließlich kannte sie doch nur seine Stimmen.
Voller Tatendrang griff er zum Telefonhörer.
